Klavier spielen

Klavier spielen lernen

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Differenzierung der Lernziele

Lernen ist die Voraussetzung dafür, dass ich mich anschließend am Piano

  • harmonisieren,
  • meine Stimmung emotional ausdrücken oder
  • einfach nur zu meinem Genuss

spielen kann. Diese Ziele sind gleichzeitig meine Motive. Die Motivation zum Lernen ist sehr wichtig. Denn Lernen bedeutet Veränderung. Mit der Veränderung verbunden ist eine erhöhte Erregung, die als Belastung empfunden wird. Entsprechend der persönlichen Verfassung sowie dem Könnensstand empfiehlt es sich, die Ziele des Lernprozesses zu unterscheiden. Dabei dient die Einteilung der Lernziele der Motivation und somit dem Lern-Erfolg. Denn Lernen beinhaltet mehr als nur die Ökonomisierung des eigenen Energieverbrauchs.

Lernen ist auch Erfolgstraining und zielt unmittelbar auf die Selbstwirksamkeit als Basis der psychischen Gesundheit in jedem Alter ab. Unabhängig vom jeweiligen Thema oder Schwerpunkt dient jegliches Lernen dazu, die Lust aufs Lernen zu steigern. Wer erfolgreich lernt, will noch mehr lernen. Diesem Erfolgskreislauf dürfen wir uns bedenkenlos hingeben. Denn den Antrieb zum Lernen bekommen wir in Form des Neuromodulators Dopamin vom Nucleus accumbens und das Glücksgefühl für erfolgreiches Lernen wird von dem körpereigenen Opioid Beta-Endorphin erzeugt. Lebenslanges Lernen kann also richtig Spaß machen!

Zurück zum Thema Klavier spielen lernen Netzwerke aufbauen

Neu Lernen

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Wie Neues entsteht

Neu lernen bedeutet, dass man zuerst ein Netzwerk aus den neuen Begrifflichkeiten aufbauen muss. Dieses Netzwerk muss eine klare Orientierung ermöglichen. Anschließend wird jede weitere Neuigkeit in das bereits bestehende Netzwerk eingebunden.

Diese integrative Struktur des Lernens zieht die Forderung nach sich, die Bedingungen für die ersten Lernschritte so einfach wie nur irgend möglich zu gestalten. Auch wenn die ersten Erfolge genau genommen sehr bescheiden sind, so dienen sie doch dazu, ein erstes einfaches Netzwerk zu installieren, in das anschließend die anspruchsvolleren Inhalte integriert werden können. Ein konkretes Beispiel für diesen methodisch-didaktischen Ansatz finden Sie am Ende dieser Seite zum Thema Leuchttasten-Keyboard.

Lernen braucht Zeit. Das heiß;t, die Neuigkeiten stoßen in den Nervenzellen Veränderungen an. Diese brauchen Zeit,

  • neues Baumaterial bereit zu stellen,
  • neue Verbindungen herzustellen,
  • die neuen Verbindungen zu stabilisieren sowie
  • weitere Verknüpfungen zur vollständigen Integration des neu Gelernten zu erstellen.
Zurück zum Thema Neu Lernen Lernen einfach geschehen lassen
Lernen ereignet sich nebenbei

Vor allem am Anfang des Lernprozesses ereignet sich der Lernfortschritt nebenbei. In dieser Phase würde ein zu intensives Wiederholen die Aufbauprozesse des Neuen nur stören. Hier ist es besser, wirklich nur so lange zu üben, wie man gerade Lust hat. Wenn man dann Pause macht, passieren in den Netzwerken des Gehirns die entsprechenden Anpassungen. Optimal ist es daher, wenn Sie die Gelegenheit haben, sich mehrfach am Tage kurz ans Klavier zu setzen. So bleibt Ihnen auch garantiert der Spaßfaktor erhalten!

Wahrscheinlich werden Sie jetzt ungläubig den Kopf schütteln. Lernen kann doch nicht von allein gehen, oder doch? Vergleicht man die Lernkurven des herkömmlichen Lernens im Vergleich z.B. mit dem so genannten Differenziellen Lernen so kann man entdecken, dass die Lernkurve beim bisherigen Lernen nach dem Ende des eigentlichen Übens abfällt, beim Differenziellen Lernen dagegen weiter ansteigt. Wie, das können Sie jetzt auch nicht glauben? Na, dann sehen Sie sich am besten den folgenden Vortrag über das Differenzielle Lernen selbst an. Der Autor bezieht sich in seinem Vortrag zwar auf den Sport. Aber es gibt bereits erfolgreiche Ansätze des Transfers in die Musik, wie man in der Zeitschrift Üben und Musizieren (Ausgabe 2007/3 sowie 2009/5) lesen kann.

Zurück zum Thema Neu Lernen Lernen Sie nur, so lange Sie Lust dazu haben
Kindliches Lernen nach dem Lustprinzip

Im Sport haben Wissenschaftler einst das so genannte Intervall-System erfunden. Diese Trainingsmethode kennt aber bereits jedes Kind. Denn das Lernen funktioniert bei Kindern nach dem natürlichen Lustprinzip. Wenn Kinder keine Lust mehr haben, etwas zu tun, dann ist das Gehirn gerade mit einer anderen Aufgabe wie z.B. dem Verarbeiten des Neuen beschäftigt.

Dieser Gedanke gibt einen ersten Hinweis auf natürliche Lernformen. Ein ganz wichtiger Motor für die Entwicklung ist das Vorbild. Mit dem Vorbild unmittelbar verbunden ist die Lerntechnik des Nachahmens. Daher spielt für ein effizientes Lernen das Vorbild sowie die Beziehung des Lernenden zu dem Vorbild eine bedeutende Rolle. Darüber hinaus ist es wichtig, dass das jeweilige Lernklima ein Nachahmen erlaubt beziehungsweise es wertschätzt - und sich die Lernenden an nachahmenswerten Vorbildern orientieren können. Denn Vorbilder sind die Auslöser für das Unmögliche: Die Selbstorganisation des Lernens, wie man es zum Beispiel bei jedem gesunden Kind staunend bewundern kann.

Ohne auf das entsprechende Lernklima zu warten, hat sich inzwischen neben dem eigentlichen Markt für Klavierspieler die bereits große Gruppe der Selbstlerner entwickelt. Diese nutzen zeitgemäß die Angebote des Internet-Portals YouTube. Schauen Sie sich ruhig einmal die Liste der dort eingestellten Videos an. Und beachten Sie die jeweils rechts darunter stehenden Zahlen. Diese Zahlen belegen, wie häufig der Lehrfilm bereits angeklickt worden ist. Mittels dieser Filme kann jeder die aufgezeigten Fingersätze einfach nachahmen. Menschen aller Altersschichten entdecken bei der Gelegenheit, dass Lernen auch einfach sein kann, wenn man dank entsprechender Angebote dem bereits bekannten Lernweg des Nachahmens folgen kann.

Zurück zum Thema Neu Lernen Seien Sie tolerant mit sich
Lernen als Erwachsener

Vor allem beim Lernen von Erwachsenen schadet die eigene Ungeduld. Da man glaubt, Lernen müsste schneller gehen, ist man mit sich selbst ungeduldig und setzt sich unter den Druck einer überzogenen Erwartungshaltung. Der Fehler liegt hier vor allem in der Einstellung. Nicht der Prozess des Lernens interessiert uns Erwachsene. Nein, wir wollen bereits am Ende angekommen sein. Uns interessiert eigentlich nur das Ergebnis des Lernprozesses, nämlich das Können. Dabei wird das Können doch erst dadurch wertvoll, dass jemand diesen Entwicklungsprozess erfolgreich bewältigt hat. Andernfalls wäre das Klavier spielen ja gar nichts Besonderes! Unsere Einstellung zum Lernen ist daher gleichzeitig der Schlüssel zum Lernerfolg.

Aktuell werden in unserer Gesellschaft die Argumente immer konkreter, die uns dazu auffordern, unsere Aufmerksamkeit verstärkt der Potenzial-Entwicklung zu widmen. Das größte Potenzial, das wir Menschen haben, ist die Fähigkeit, lernen zu können. Aufgrund der sich immer schneller verändernden Lebensbedingungen gewinnt die Lernfähigkeit an Bedeutung. Gleichzeitig macht es Sinn, sich nicht jeder Entwicklung kritiklos anzupassen, sondern die Richtung der Entwicklung zu gestalten, indem wir uns der Sinn-Frage stellen.

Die Potenzial-Entwicklung betrifft zwar genau genommen zuerst einmal die Kinder. Bei den Kindern geht es darum, das genetisch bedingte Potenzial durch Nutzung wie zum Beispiel das Musizieren zu erhalten. Doch aufgrund unserer früheren Erfahrungen sind wir Erwachsenen gegenüber dem Lernen häufig negativ geprägt. Diese Einstellung können wir ändern, indem wir beim Klavier spielen neue Erfahrungen sammeln. Denn wir werden bei diesem Lernprozess von den positiven Wirkungen der Musik begleitet. Eine entsprechende pädagogische Anleitung vermittelt uns darüber hinaus die Möglichkeit, Lernen mit dem positiven Gefühl von Erfolg neu zu verknüpfen!

Zurück zum Thema Neu Lernen Vorsicht: Ungleicher Wettbewerb!
Eltern-Kind-Lernen

Das Risiko von Frustrationserlebnissen ist übrigens besonders hoch, wenn Sie als Mutter oder Vater gleichzeitig mit Ihren Kindern anfangen das Klavier spielen zu lernen. Falls Sie bereits einen Vorsprung zu Ihren Kindern haben, dann können Sie davon eine Zeit lang zehren. Aber bei einem gleichzeitigen Start werden Sie möglicherweise sehr schnell frustriert aufgeben. Bei Kindern ereignet sich nämlich das Lernen aufgrund eines genetisch bedingten Überangebots von Nervenzellen und Verknüpfungen quasi wie von selbst. Anstatt in kleinsten Einheiten zu üben und die eigentliche Lernarbeit an das Unterbewusstsein zu delegieren, kämpfen wir Erwachsenen mit unserer Ungeduld und brauchen vergleichsweise mehr Zeit und Energie.

Zurück zum Thema Neu Lernen Freuen Sie sich auf neue Erfahrungen!
Reifes Lernen

Wie die moderne Hirnforschung gezeigt hat, ist es tatsächlich möglich, lebenslang zu lernen. Während unseres ganzen Lebens werden neue Nervenzellen produziert, können neue Verknüpfungen erstellt und Netzwerke ausgebildet werden. Diesen Vorgang nennt man Neurogenese. Das heißt im Klartext: Für das Lernen des Klavierspielens gibt es kein zu alt sein mehr!

Das Klavier macht Musik und Musik bereitet Ihnen gute Laune. Klavier zu lernen, ist für viele eine große Sehnsucht, ein großer Wunsch. Lassen Sie sich daher von mir ermutigen: Leben Sie Ihren Traum jetzt, damit Ihr Leben traumhaft wird!

Aktuell verfügen wir über eine längere Lebenszeit. Davon erhofft sich unsere Gesellschaft Antworten auf die Sinnfrage, die uns nur die Älteren liefern können. Konkret geht es um die Chance, dass die zunehmend länger lebenden Menschen erstmals sowohl über die Erfahrung eines ganzen Lebens als auch die Zeit verfügen, die Fragen nach dem Sinn des Lebens zu beantworten. Damit könnte eine dramatische Veränderung eingeleitet werden, die diesmal nicht von der rebellierenden Jugend sondern von den über ihr Leben nachdenkenden Großmüttern und Großvätern ausgelöst wird. Das ist nicht wirklich erstaunlich, seitdem wir wissen, dass es die Alten sind, die keine Angst vor der Zukunft haben. Nutzen wir also gemeinsam dieses Potenzial an Angstfreiheit zur Gestaltung einer menschlichen und somit sinnvollen Zukunft!

Verschiedene Denkmodelle sind die Ursache für die Aufspaltung des Menschen in Körper, Geist und Seele. Diese Trennung in Einzelteile hat Auswirkungen auf das gesellschaftliche Miteinander. Daher brauchen wir jetzt nicht nur ein Umdenken sondern Quantensprünge. Beginnen Sie also nicht nur mit 50 das Klavier spielen zu lernen, sondern streben Sie gleich die nächste Stufe an: Werden Sie Klavierlehrer für Ihre Altersgruppe! Das ist ein konstruktiver Beitrag, um jetzt das neu entstehende Potenzial des Alters zu entdecken. Sie wissen ja: Große Ziele entwickeln auch große Anziehungskräfte!

Zurück zum Thema Neu Lernen Lernen Sie, was Sie wollen!
Lernen als Kulturgut

Uns Menschen zeichnet die Kultur aus. Denn eine kulturelle Leistung ist das Ergebnis des Bemühens einer Generation. Das Kulturgut wird an die nächste Generation übergeben. Das nennt man transgenerationales Lernen. Zu dem Kulturgut Klavier spielen haben wir eine besondere Beziehung, da das Instrument aus unserer Region stammt und die Klaviermusik von Komponisten aus unserem Lebensraum wesentlich beeinflusst worden ist.

Das Klavier sowie das Klavierspiel kann man nun dazu benutzen, das Lernen selbst einmal als Kulturgut zu betrachten, um den Lernprozess aller Generationen gezielt zu fördern. Das sich gerade entwickelnde Alterspotenzial birgt in sich den Schatz der Wiedervereinigung zwischen Großeltern und Enkeln, um sich gegenseitig lernend zu motivieren. Konkret geht es darum, dass die Großmütter und Großväter die Gelegenheit haben, sich über das Klavier spielen fit zu halten. Gleichzeitig können sie ihren Enkeln ein Vorbild sein und diese in ihrer Entwicklung unterstützen und aktiv begleiten. Wie wir aktuell aus der Biologie erfahren, werden in der Entwicklung des Menschen die in den Genen enthaltenen Befehle nicht 1:1 umgesetzt. Vielmehr wird der genetische Code je nach Umgebungsbedingungen interpretiert und somit lediglich lernend in die Entwicklung integriert. Um also sicher zu gehen, dass Ihre kulturellen Codes eine Chance zur Weiterentwicklung erhalten, müssen Sie Ihre Enkel aktiv begleiten.

Zu den Chancen des Klavierspiels für alle Altersklassen finden Sie auf meinen Webseiten Man müsste Klavier spielen können sowie Klavier spielen tut mir gut weitere Informationen.

Zurück zum Thema Neu Lernen Neue Netzwerke absichern

Inhalte verfügbar machen

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Das Neue stabilisieren

Das neu Gelernte muss erst einmal in die bestehenden Netzwerke eingebunden werden. Dabei wird es möglichst vielfältig verknüpft. Nur so kann es anschließend differenziert eingesetzt werden. Erst nach der erfolgreichen Integration in die bestehenden Netzwerke wird das Hinzugelernte auch variabel verfügbar sein.

Zurück zum Thema Inhalte verfügbar machen Routine setzt Aufmerksamkeit frei
Anwendung setzt Stabilisierung voraus

Erst wenn ich das Neue stabilisiert habe, kann ich darüber verfügen. Wenn ich mich also über das Klavierspiel harmonisieren möchte, dann muss ich vorher etwas können. Mit hochkonzentriertem Anfängerspiel kann sich nämlich niemand erfolgreich harmonisieren. Vielmehr würde man mit einem solchen Ansinnen genau das Gegenteil erreichen: Man würde sich selbst nur noch mehr aufregen!

Zurück zum Thema Inhalte verfügbar machen Erfahrung mit der Belastungssituation sammeln - oder den Focus verändern
Angst vor Publikum

Ein weiterer Aspekt des Stabilisierens ist die so genannte Podiums-Angst. Viele Klavierspieler bringen es nicht fertig, vor einem Publikum zu spielen. Dabei würden sie doch gerne vorführen, was sie alles können. Diese Klavierspieler brauchen eine gezielte Hilfestellung. Denn es geht darum zu lernen, wie man mit dem in der Vorspiel-Situation auftretenden Stress erfolgreich umgehen kann. Es handelt sich also um Stress-Training. Wer das erfolgreich meistert, der wird davon im Transfer auch in anderen Lebenssituationen profitieren.

Dass man die Angst vor dem Vorspielen so häufig antrifft, hat etwas mit der Ausrichtung des Klavierunterrichts zu tun. Denn hier geht es von Anfang an um das Erreichen des Endziels, das Vorspielen heißt. In diesem Sinne ist der Unterricht darauf ausgerichtet, lediglich Stücke nachzuspielen, anstatt selbst kreativ die Musik gestalten zu lernen. Die Änderung der Ausrichtung von der Außen- zur Innenorientierung des Musizierens würde automatisch von der Angst des Vorspielens befreien. Vermutlich würde sich stattdessen von ganz alleine die Lust am Vorspielen einstellen!

Zurück zum Thema Inhalte verfügbar machen Gefühle als Leitlinie für den inneren Dialog

Die Rolle der Gefühle beim Ausdruck und beim Lernen

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Emotional ausdrucksstark spielen

Bei Wikipedia kann man zum Thema Interpretation folgendes lesen:

Eine Interpretation bezeichnet man als gelungen, wenn das volle Klang-, Ausdrucks- und Wirkungspotenzial des Werkes zur Geltung gebracht wird.

Was heißt das für das Klavierspiel?

  • Das Klangpotenzial schöpft der Klavierspieler durch die Gestaltung der so genannten Klangfarben aus.
  • Das Werk erhält seinen Ausdruck über die technisch mögliche Spielart verbunden mit dem Spielgefühl des Interpreten. Das bedeutet, die in dem Werk enthaltenen Emotionen werden mittels des Spielgefühls des Interpreten ausgedrückt.
  • Das in dem Werk enthaltene Wirkungspotenzial bezieht sich auf die möglichen Wirkungen im Zuhörer. Damit ist gemeint, welche Emotionen im Zuhörer angesprochen werden können und inwieweit sich die Stimmung des Zuhörers beeinflussen lässt.
Zurück zum Thema Rolle der Gefühle Wer gefühlvoll spielt, lernt besser
Die Bedeutung des ausdrucksstarken Klavierspiels für den Lernprozess

Wenn ich ein Stück gelernt und stabilisiert habe, dann wird meine Aufmerksamkeit frei für die gefühlvolle Gestaltung. Vermutlich erst auf dieser Stufe beginnen wir in der Wahrnehmung die bewusste Gestaltung von Klangfarben zu unterscheiden. Jetzt wird es interessant. Denn nun geht es darum, Gefühle auszudrücken, um sich selbst zu harmonisieren. Das ist ein ganz wesentlicher Mehr-Wert des Musizierens am Klavier.

Zurück zum Thema Rolle der Gefühle Gefühle stehen am Eingang des Lernprozesses
Lernen mit Gefühl!

Gleichzeitig sind die Gefühle der Schlüssel zum Lernen. Denn beim Lernen werden die eigentlichen Lerninhalte mit Gefühlen gekoppelt. Diesen Vorgang beschreibt man auch als doppelte Kodierung. Dabei wird der Lerninhalt mit Emotionen aufgeladen und somit für uns erst bedeutungsvoll im Sinne von wertvoll. Umgekehrt bekommt vor diesem Hintergrund das gefühlvolle da ausdrucksstarke Klavierspiel eine besondere Gewichtung. Denn durch die Verknüpfung mit den Emotionen wird der Lernprozess ökonomisiert und damit das Lernen lustvoller da leichter. Indem man diesem Lernweg folgt, erreicht man den Wandel von der Last des Übens hin zur Lust am Spielen. Sie sollten also möglichst frühzeitig mit dem gefühlvollen Klavierspiel beginnen!

Zurück zum Thema Rolle der Gefühle Können ermöglichen

Genießen Sie Ihr Können!

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Repertoire üben

Wenn man sich alternativ zum Neulernen auf die Wiederholung eines Repertoires konzentriert, erreicht man damit eine höhere Könnensstufe. Das Potenzial einer Lektion lässt sich nur entwickeln, wenn man in die Tiefe der Etüden vordringt. Das betrifft gleichermaßen Ihre Talente als Klavierspieler. Das ausdrucksstarke da gefühlvolle Klavierspiel ist mehr als ein Musikstück lediglich technisch zu spielen.

Zurück zum Thema Genießen Sie Ihr Können Klavier spielen mit Genuss
Gedächtnistraining

Ferner übt man durch das Wiederholen eines Repertoires sein Gedächtnis. Gedächtnistraining nennt man heute Gehirn-Jogging. Gleichzeitig trainiert man durch das beidhändige Klavierspiel das motorische Zentrum. Dieser Punkt wird wichtig, wenn der Bewegungsraum im Alter eingeschränkt ist. Die Einschränkung der Bewegungsfähigkeit bedeutet aufgrund der von den Neurologen gefundenen Eigenschaft der nutzungsabhängigen Plastizität unseres Gehirns, dass im Alter das motorische Zentrum mangels Nutzung abgebaut wird. Das Aufrechterhalten des motorischen Zentrums zum Beispiel durch Klavier spielen wird dann elementar wichtig. Klar ist, dass uns der Zugewinn an Lebensjahren nur etwas bringt, wenn wir diese Lebenszeit selbst in geistiger wie körperlicher Fitness eigenbestimmt gestalten können. Bezogen auf unser Gehirn bedeutet das, wir müssen so viel wie möglich der erworbenen Hirnfunktionen so lange wie möglich erhalten.

Zurück zum Thema Genießen Sie Ihr Können Die wichtigste Nebenwirkung: Harmonie

Sich am Piano harmonisieren

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Emotional gestalten

Klavierspieler zeichnet aus, dass sie ihre Stimmung nicht nur durch das passive Hören von Musik regulieren. Klavierspieler musizieren aktiv. Das Musizieren ist eine kultivierte Pflege des inneren Dialogs. Beim inneren Dialog kommt es zu einer Spiegelung der in der Musik enthaltenen Emotionen mit den eigenen Empfindungen. Darüber hinaus verleihen Klavierspieler den eigenen Gefühlen über die Musik Ausdruck.

Auf den ersten Stufen der Klavierschule geht es um die Klaviertechnik. Also um das Erlernen der Notenschrift, um die Handarbeit, um die Koordination der linken und rechten Hand, um das Einhalten des Tempos sowie um das Beachten des Rhythmus. Die Fortgeschrittenen bemühen sich auf dieser technischen Basis um den Ausdruck. Auf dieser Stufe geht es um die Darstellung der Gefühle mittels der Gestaltungsmöglichkeiten des Klaviers.

Indem wir unsere Gefühle ausdrücken, reichern wir das jeweilige Stück an. Es wird durch unseren individuellen Ausdruck und somit auch in Abhängigkeit von unserer jeweiligen Stimmung geprägt. Der Ausdruck meiner Gefühle ist die eine Seite des musikalischen Dialogs. Die andere Seite in dem Prozess der Spiegelung ist die emotionale Grundausstattung, die das Werk durch den Komponisten erhalten hat. Folglich ist der von mir so bezeichnete innere Dialog genau genommen ein sehr emotionaler Dialog zwischen dem Klavierspieler und dem Werk des Komponisten. Vermutlich stimmen Sie dabei in Ihrer situativen Verfassung mit der in der Notenschrift fixierten Haltung des Komponisten überein. Beobachten Sie einmal selbst die Auswahl Ihrer Etüden. Wählen Sie eher zu Ihrer jeweiligen Stimmung passende Werke, in denen Sie harmonisch aufgehen können, oder ziehen Sie etwa Werke mit einem erhöhten emotionalen Reibungspotenzial vor?

Grundsätzlich kann man folgendes unterscheiden:

  1. Die werksgetreue Interpretation. Hierbei geht es darum, die vom Komponisten in Notenschrift festgeschriebene emotionale Grundausstattung in seinem Sinn möglichst identisch umzusetzen.
  2. Der auf einen selbst ausgerichtete Prozess der Selbstharmonisierung. Im Interesse des internen Spannungsausgleichs als eine Form der Stressregulierung ist es legitim, die eigenen Empfindungen über die Vorgaben des Komponisten zu stellen.

Spätestens als Fortgeschrittener setzen Sie sich also bewusst mit den emotionalen Aspekten des Musizierens auseinander. Mehr oder weniger gezielt erschließen Sie sich dabei die Musik als Medium der Selbstharmonisierung. Musiker spielen sich ganz einfach die Spannungen von der Seele. Klavierspieler erzeugen um sich herum eine Pianosphäre!

Zurück zum Thema Harmonisieren am Piano Gibt es eine Emotionsdidaktik?

Wie kann ich zu Hause mein Klavierspiel emotional gestalten?

Zurück zum Thema Harmonisieren am Piano
Anregungen zur emotionalen Gestaltung

Ein Stück am Klavier emotional gestalten bedeutet,

  • sich persönlich in das Stück einbringen, indem ich die Variablen der Dynamik und somit der Lautstärke, des Tempos, des Rhythmus und hier vor allem der Akzentuierung, etc. entsprechend meiner Stimmung nutze, um meine Gefühle musikalisch ausdrücken zu können. Damit meine ich, dass ich ein Stück z.B. in einem bestimmten Tempo spiele, nicht weil man das so macht, sondern weil meine aktuelle Stimmung das gerade so verlangt. Schließlich geht es hier um keine werksgetreue Interpretation sondern um die Optimierung der Wirkung des Klavierspiels bei mir selbst! Stichwort Selbstharmonisierung.
  • Meine Stimmung kann ich mit einfachen Mitteln akzentuieren. Zum Beispiel indem ich ganz bewusst mit längeren Pausen spiele. Beobachten Sie das einmal bei sich selbst: Pausen zu machen ist für den Klavierspieler (übrigens genauso wie für einen Redner) schwierig. Dabei sind Pausen ein sehr wirkungsvolles Mittel, um Spannung zu erzeugen. Einfacher ist es, im Fluss zu bleiben, als den Fluss anzuhalten. Probieren Sie es aus! Der bewusste Einsatz von Pausen ist ein Innehalten. Sich eine Auszeit nehmen. So kann man den Begriff der Entschleunigung als konkretes Element der Selbstharmonisierung verdeutlichen und spürbar machen.
  • Indem Sie Pausen machen, bemerken Sie die Gewohnheit als einen Sog, im Fluss bleiben zu wollen. Auch wenn Ihnen das vorher nicht bewusst war. Nun spüren Sie, wie Sie am Abend immer noch in einer konstanten Unruhe sind. An dieser soeben erspürten Stellschraube können Sie nun drehen, um innerlich zur Ruhe zu kommen.
  • Genauso schwierig kann es sein, das Tempo eines Stücks insgesamt zu verlangsamen. Es ist meistens einfacher, schneller zu werden. Der Grund dafür scheint im Rhythmus zu liegen. Offensichtlich speichern wir den Rhythmus als eine eigene Variable. Selbst wenn ich zum Beispiel unter Stress die bewusste Kontrolle über das Klavierspiel verloren habe, rettet mich der Rhythmus. Aber wenn ich das Tempo verlangsame, verliert das Stück seinen Rhythmus. Das mir vorher bekannte Lied wird zu einem neuen Stück. Das verlangt nun wieder meine ganze Aufmerksamkeit.
  • Achtung! Limbisches System: Wenn Sie meinen letzten Vorschlag in der Praxis ausprobieren, werden Sie feststellen, dass Sie sich über den Mehraufwand ärgern. Denn Sie müssen in ein bereits bekanntes Stück erneut Aufmerksamkeit investieren. Der Ärger ist Ausdruck Ihres emotionalen Systems. Gerade hatten Sie durch den Lernprozess erreicht, das Sie für dieses Stück weniger oder keine Aufmerksamkeit mehr benötigen. Nun könnten Sie eigentlich das Lied ökonomisch als Routine abspulen. Über diesen Mehraufwand von Energie ärgert sich Ihr internes Bewertungssystem. Denn Aufmerksamkeit erfordert sehr viel Energie! Ein wesentliches Lernziel besteht also darin, Routinen zu entwickeln, um Energie sparen zu können. Um aber ausdrucksstark spielen zu können, geht es im nächsten Schritt darum, die Gewohnheiten wieder aufzubrechen, die Routine der Fertigkeiten spieltechnisch vielfältig verfügbar zu machen.
  • Schlussfolgerung für das Lernen: Unser Gehirn sucht beim Hören von Musik nach Strukturen. Man spricht heute von der Grammatik der Musik. Die oben angesprochenen Variablen der Dynamik sind Elemente dieser Grammatik der Musik. Über diese Elemente werden unsere Emotionen in den Lernprozess eingebunden. Die Emotionen wiederum sind aber nicht nur die Voraussetzung dafür, dass wir überhaupt etwas lernen. Die emotionalen Zentren sind nach neuesten Erkenntnissen der Hirnforschung der Speicher für unser unterbewusstes Lernen. Routinen sind aber nichts anderes als unterbewusst verfügbare Könnenseinheiten. Das ist ein weiteres Argument dafür, die emotionale Gestaltung der Musik in das Zentrum des Lernprozesses zu stellen. Der Prozess des Lernens sollte zum Erlebnis werden. Das Erlebnis holt mich aus der Erwartungshaltung hinsichtlich des Erreichens eines möglichen Ziels in der Zukunft in die Gegenwart.
Zurück zum Thema Klavierspiel emotional gestalten Sich am Piano harmonisieren
Selbstharmonisierung

Mit anderen Worten: Spielen Sie mit den wesentlichen Variablen Ihrer Stücke und hören Sie in sich hinein, spüren Sie den Veränderungen nach, was sie in Ihnen bewirken. So entdecken Sie Ihre Möglichkeiten, sich am Klavier vielfältig auszudrücken. Gleichzeitig lernen Sie dabei Ihre emotionalen Anlagen kennen. Sie erfahren, was Sie gefühlsmäßig anspricht. Das emotionale Ausdrucksspiel ist eine Form der Selbsterfahrung und es ist das wesentliche Element der Selbstharmonisierung. Seien Sie neugierig auf sich selbst!

Zurück zum Thema Klavierspiel emotional gestalten Kleine Mathematik der Spiel-Freude
Spiel-Freude

Lerninhalte werden gespeichert, indem sie mit Emotionen verknüpft werden. Das bedeutet in der Umkehrung, dass beim Erinnern und Anwenden der Lerninhalte immer auch die damit gekoppelten Gefühle abgerufen werden. Daher ist es nachvollziehbar, dass Lernen nur dann wirklich einen Sinn macht, wenn der Lernprozess positiv gestaltet ist. Für uns Klavierspieler dreht es sich konkret um die Spiel-Freude. Mit Spiel-Freude verknüpft verwandelt sich die Last des Übens in die Lust am Spielen! Aus Sicht des Kundendienstes wird die Spiel-Freude technisch durch die folgenden Faktoren ausgelöst:

  • Stimmung + Wohlklang = Hör-Lust
  • + Spielart optimiert zugunsten des Spielgefühls
  • = Spiel-Freude!
Zurück zum Thema Klavierspiel emotional gestalten Einer der wesentlichen Mehr-Wert-Faktoren des Klavierspiels

Spiel-Gefühl

Zurück zum Thema Harmonisieren am Piano
Erläuterung des Spiel-Gefühls

Das Spiel-Gefühl ist der Eindruck, den Sie beim Spielen bekommen, wenn Sie Ihre Emotionen erfolgreich über die Klaviatur umsetzen können. Ein gutes Spiel-Gefühl tritt ein, wenn Sie aufgrund einer gleichmäßig eingestellten Mechanik eine gute Spiel-Kontrolle haben. Die Gleichmäßigkeit der Mechanik ist die Voraussetzung dafür, dass Sie Bewegungen erfolgreich planen und vor allem vorausplanen können. Wenn hier innerhalb der Tonreihe Unterschiede auftreten, die eine Anpassung erfordern, wird die Flüssigkeit Ihres Klavierspiels erheblich beeinträchtigt.

Zurück zum Thema Spiel-Gefühl Handeln und Rückmeldung bilden eine Einheit
Bewegung ist die Verbindung von Sensorik und Motorik

Klavier spielen besteht aus einer Vielzahl von Bewegungen. Bewegung setzt sich aus der Sensorik sowie der Motorik zusammen. Motorik ist die Leistung der Muskulatur. Die Sensorik liefert die Informationen über zu erwartende Widerstände, über Positionen der Gliedmaßen und z.B. über die Bewegungsdynamik. Die Sensorik arbeitet mit einer Vielzahl von Rezeptoren. Die für das Klavierspiel wesentlichen Mechanorezeptoren übermitteln an die Muskulatur Informationen des Tast- sowie des Bewegungssinns, also von

  • Berührung und
  • Druck,
  • Spannung sowie
  • Dehnung im Muskel und schließlich
  • über die Sehnen die Winkel in den Gelenken.

Ohne den Rückfluss der Informationen über die Sensorik ist keine gesteuerte Bewegung möglich.

Bei der Bewegungssteuerung kommen die so genannten Spiegelneuronen ins Spiel. Denn eine Bewegung wird als eine Handlung und somit als eine Ganzheit mit einem bestimmten Ziel gespeichert. Die Ganzheit der Handlung wird in kleinere Einheiten aufgeteilt. Wenn wir also eine Handlung ausführen, dann haben wir hinsichtlich des Handlungsziels eine Erwartung. Diese Erwartung bezüglich des Endziels wird ebenso in Teilziele zerlegt. Also eine Bewegung wird in Teilbewegungen zergliedert und jedes dieser Teilziele muss erfüllt werden, damit das Endziel erreicht wird. Die Kontrolle des Erreichens jedes dieser Ziele verrichten die Spiegelneurone. Innerhalb der Sensomotorik werden also ständig eine Vielzahl von Feedbackschleifen ausgeführt, die das Erreichen des erwarteten Bewegungsziels bzw. des erwarteten Handlungsergebnisses sicher stellen. Vor diesem Hintergrund können Sie sich vorstellen, was für ein sensibles Thema die so genannte Spielkontrolle beim Klavier spielen ist.

Die Mechanik eines Klaviers bzw. Flügels muss folglich möglichst gleichmäßig eingestellt sein, damit sich die Spielkontrolle nicht bei jedem Anschlag neu orientieren muss. Eine unregelmäßig regulierte Spielmechanik verhindert das Funktionieren der Spielkontrolle und somit die Effizienz Ihres Klavierspiels. Der US-Amerikaner David Stanwood hat die Gleichmäßigkeit der mechanischen Bedingungen des Flügels mit dem so genannten Precision TouchDesign™ zu seinem Thema gemacht.

Zurück zum Thema Spiel-Gefühl Welcher Sinn entwickelt sich zuerst?
Entwicklung des Tastsinns

Die Forschung um den Tastsinn sowie die Haptik ist noch relativ jung. Doch man hat bereits herausgefunden, dass der Tastsinn der erste Sinn ist, der sich beim Embryo entwickelt. Bereits ab der 8.Woche verarbeitet der Embryo Druckinformationen von außen aber auch von innen und entwickelt so ein erstes Körperschema sowie nachfolgend ein Köperbewusstsein. Sie erinnern sich, der Hörsinn entwickelt sich frühestens ab der 24.Schwangerschaftswoche.

Zurück zum Thema Spiel-Gefühl Wie macht die Natur das Wohlgefühl?
Neurobiologie des Wohlgefühls

Kleine und auch große Kinder fühlen sich ganz besonders wohl, wenn sie sich ankuscheln dürfen und gestreichelt werden. Für das Streicheln gibt es in der Haut neben speziellen Berührungsrezeptoren ein eigenes Faser-System (C-Fasern), das ausschließlich langsame Bewegungen von geringer Intensität wahrnimmt und diese Information transportiert. Streicheln führt zur verstärkten Ausschüttung der Hormone Oxytocin und Vasopressin. Oxytocin ist das so genannte Treuehormon und wirkt beruhigend. Vasopressin steuert das männliche Sozialverhalten sowie die mütterliche Fürsorge. Gemeinsam mit dem für unsere Motivation zuständigen Neuro-Transmitter Dopamin stärken diese Hormone Bindungen und lassen Vertrauen wachsen. Gleichzeitig optimieren diese beiden Hormone als Neuro-Modulatoren die Ausgangsbedingungen des dopaminergen Antriebssystems. Das wiederum stärkt letztendlich die Bindung, da ja die Motivation zur Bindung auf diese Art unterstützt wird.

Beim Pianissimo des Klavierspiels streicheln Sie die Tasten. Die wunderbare Wirkung des Wohlgefühls tritt nun sowohl bei den Streichelnden als auch bei den sich den Streicheleinheiten Hingebenden ein, da der Tastsinn ein Dialog-Sinn ist. Das heißt, die Haut Ihrer Finger registriert beim Pianissimospiel die Informationen der langsamen Bewegungen mit geringer Intensität. Es kommt zur verstärkten Ausschüttung der Hormone Oxytocin und Vasopressin. Wir spüren Ruhe, Vertrauen und Geborgenheit. Ganz im Sinne einer Bestätigung schließt sich der Kreis durch die Rückmeldung des zarten Pianoklangs an Ihre Ohren.

So werden Gefühle in uns am Piano sowohl angespielt als auch aus uns heraus gespielt. Denn im Gegensatz zum passiven Hören von Musik werden beim aktiven Musizieren im so genannten inneren Dialog Emotionen sowohl ausgedrückt als auch hörend verarbeitet.

Zurück zum Thema Spiel-Gefühl An der Schnittstelle zwischen Mensch und Instrument
Das Spiel-Gefühl ist wichtig

Die Bewegungen unserer Hände erzeugen über die Tasten des Klaviers Musik. Das Spiel-Gefühl betrifft somit die Schnittstelle zwischen unserem Körper und dem Musikinstrument. Die Musik bewirkt in uns das Abschalten des Warnsystems (Amygdala) sowie gleichzeitig das Anschalten des Glückszentrums. Musik wirkt folglich direkt auf das Limbische System, den Sitz unserer Gefühle. Die Frage, ob das Spiel-Gefühl wichtig ist, kann man somit eindeutig mit Ja beantworten.

Zurück zum Thema Spiel-Gefühl Neue Prioritäten

Genuss-Spielen

Während früher viele Klavierschüler das Klavier spielen lernen mussten, musizieren die meisten Klavierspieler heute für sich selbst. Damit verbunden ist eine Veränderung der Prioritäten. Denn nun wird Harmonie wichtig. Spielen Sie ausschließlich mit Genuss - und der emotionale Ausdruck Ihres Klavierspiels wird sich von ganz alleine einstellen. Vermutlich liegt das in der Richtung, die der Genuss in sich trägt. Beim Genuss öffnet man seine Sinne. In diesem Fall öffnen Sie all Ihre Sinne zum Zweck der Selbstharmonisierung.

Zurück zum Thema Harmonisieren am Piano Gestaltbarkeit - ein weiterer Mehr-Wert des Pianofortes

Gestaltung der Klangfarben beim Klavierspiel

Zurück zum Thema Harmonisieren am Piano
Wert der Klangfarben

Mit den Klangfarben betreten wir die Bühne der Pianisten. Für diese Profiliga werden technisch interessante Lösungen angeboten. Darin steckt die Chance für einen innovativen Anbieter, sich mit einem entsprechend attraktiven und bezahlbaren Angebot im Massenmarkt eine gute Position aufzubauen. Denn wie wir am Schluss dieses Kapitels sehen werden, besitzt die Gestaltung der Klangfarben durchaus auch für den Klavierspieler im privaten Bereich ein hohes Kreativ- und Genusspotenzial. Schließlich ist das Thema Klang ja gerade für die musiksensiblen Klavierspieler ein ganz besonderer Mehr-Wert. Ansonsten hätten sie nicht das Piano als Instrument gewählt.

Zurück zum Thema Gestaltung der Klangfarben Kann das Keyboard mehr?
Vergleich zwischen Keyboard und Klavier

Im Wettbewerb der Klangfarben ist das Keyboard dem Klavier eindeutig überlegen. Schließlich kann man am Keyboard ja auch Geige, Gitarre, Flöte oder Trompete spielen, ohne das Instrument wechseln zu müssen. Selbstverständlich kann man am Keyboard diese spezifischen Instrumentenklänge auch miteinander zu ganz neuen, komplexeren Klängen kombinieren. Warum ziehen Sie dennoch das Klavier dem Keyboard vor?

Zurück zum Thema Gestaltung der Klangfarben Es geht um die wahren Werte
Klavier schlägt Keyboard

Beim Klavier besticht der natürliche Ton möglicherweise gepaart mit unserer Urklang-Prägung zugunsten des ohrenfreundlichen Pianoklangs. Die Spielart und somit das Spielgefühl sprechen ebenso für das Klavier. Der Stellenwert der Spielart wird sehr häufig unterschätzt. Die Klaviatur ist die Verbindungsstelle zwischen dem Spieler und der Musik. Noch präziser sind die Tasten die Schnittstelle zwischen unserer inneren Stimmung und deren Ausdruck über das Klavierspiel im so genannten Spielgefühl. Dies beweist eindrucksvoll ein Blick in das Herkunftswörterbuch:

TASTE ist der Griffsteg zum Anschlagen der Saiten eines Saiteninstruments (insbesondere eines Klaviers); Griffbrettchen, das im 18. Jahrhundert aus dem gleichbedeutenden italienischen "tasto" (eigentlich "das Tasten, das Werkzeug zum Tasten") entlehnt wurde.

Für die Spielart am Klavier bedeutet das zum Beispiel, dass die Länge der Taste ein Qualitätskriterium darstellt. Denn je länger die Taste und somit der Hebel zwischen der Mechanik am Ende der Taste und den Fingern der Klavierspieler am Tastenfang ist, umso mehr Möglichkeiten der Feinabstufung werden dem Klavierspieler geboten. Umgekehrt gilt: Je kürzer die Taste, desto geringer ist die Auswahl an Ausdrucksmöglichkeiten über die Differenzierung des Krafteinsatzes.

Zurück zum Thema Gestaltung der Klangfarben Eine Nische, die jeder Klavierspieler für sich entdecken kann
Erkenntnisse aus dem Vergleich

Der Klang geht unter die Haut. Folglich interessiert uns die Gestaltung der Klangfarben brennend. Denn alles was unter die Haut geht, berührt uns emotional. Zukünftig werden wir daher in den Konzerten genauer hinhören, die Aufnahmen unserer Vorbilder aufmerksam studieren sowie nach Workshops zur Gestaltung der Klangfarben suchen. Von dieser Entwicklung werden die Pianisten gleichermaßen profitieren. Denn erst ein für die Wahrnehmung der Klangfarben sensibilisiertes Publikum kann die differenzierte Gestaltung der Klangfarben als Leistung entsprechend würdigen!

Zurück zum Thema Gestaltung der Klangfarben Vom Konzert zum Event
Die professionelle Gestaltung der Klangfarben

Im professionellen Bereich dienen die Klangfarben dazu, einen Mehr-Wert zu erzeugen. Die Tatsache, dass der Künstler ein technisch anspruchsvolles Werk auswendig vor Publikum wiedergibt, genügt offensichtlich nicht. Es sind die tausendstel Sekunden, die bei der Formel 1 den Unterschied machen. Beim Klavierkonzert sind dies die Klangfarben, die aufgrund ihrer emotionalen Wirkung über die Platzierung in der Gunst des Publikums entscheiden.

Das kann man insbesondere gut beobachten, wenn die Interpreten die Gestaltung der Klangfarben als kommunikatives Element verstehen. Das setzt voraus, dass die Pianisten den Selbstanspruch besitzen, über die künstlerische Gestaltung des musikalischen Dialogs die Aufmerksamkeit der Zuhörer mit ihrem Vortrag zu verbinden. Der Pianist in seiner Rolle als Botschafter des Komponisten wird so für die Besucher zum Reiseleiter durch die Klangwelt der jeweiligen Komposition. In diesem besonderen Fall bekommen die Klangfarben für die Zuhörer die Funktion eines belebenden Elements. Sie können den Klang förmlich wie den Wind spüren, wenn durch die erfolgreiche Gestaltung der Klangfarben eine Klangsphäre entstanden ist. So streichelt einmal das Pianissimo die Zuhörer wie ein zarter Hauch. Und bei einem plötzlichen Fortissimo spannt das Publikum wie bei einer steifen Brise unwillkürlich die Muskeln an. Dem Publikum scheint sich der Zugang zur synästhetischen Wahrnehmung zu öffnen. Musik wird zwar zu keinem übersinnlichen Erlebnis. Da jedoch beim Wahrnehmen mehrere Sinneskanäle geöffnet sind, können auch gleichzeitig verschiedene Sinne angesprochen werden.

Dieses Wechselspiel der klanglichen Elemente weckt immer wieder die Neugier und lenkt geschickt die Aufmerksamkeit. So wird im Konzert aus dem passiven Hören ein interaktiver Prozess, wenn es zu einem lebendigen Austausch zwischen den durch die Musik ausgelösten eigenen Assoziationen und den in der Komposition angelegten Emotionen kommt. Auf der Grundlage des künstlerisch hochwertigen Vortrags durch den Interpreten wird das Konzert für die Besucher zu einem unvergesslichen Erlebnis. Der Erlebnischarakter ist für die Zuhörer ein Mehr-Wert der Gegenwart, nach dem sich das Publikum sehnt.

Zurück zum Thema Gestaltung der Klangfarben Wie würden Sie Klangfarben definieren?
Was sind eigentlich die so genannten Klangfarben?

Die Klangfarben setzen sich aus dem Grundton sowie aus den Obertönen zusammen. Je nach technischer Gestaltung der Farbigkeit des Klangs überwiegen entweder der Grundton oder die Obertöne. Ein weiteres Element der Gestaltung der Klangfarben besteht darin, die Komplexität des natürlichen Tons durch die Resonanz nicht angeschlagener Saiten anzureichern. Der Ton wird über die Resonanz in eine Klangsphäre eingebunden und somit neu dimensioniert. So kann der Interpret durch die Gestaltung der Klangfarben die vom Komponisten konzipierte Spannung bzw. Entspannung beim Zuhörer akzentuieren.

Zurück zum Thema Gestaltung der Klangfarben Die klassische Gestaltung von Piano bis Forte
Gestaltung über den Anschlag

Die Klangfarben werden am Klavier im Wesentlichen durch den Anschlag sowie den Einsatz der Pedale gestaltet. Die Gestaltung über den Anschlag ist der klassische Weg der Gestaltung der Klangfarben. Denn schließlich ist unser Klavier ja ein Piano-Forte. Die Variation der Lautheit ist somit das erste Element der Gestaltung durch den Klavierspieler.

Zusammen mit der Lautheit verändert sich auch der Klangcharakter des Tons. Denn die Töne werden beim Klavier erzeugt, indem mit Filz überzogene Hämmerchen gegen die Saiten schlagen. Gute Filzqualität zeichnet sich durch Elastizität aus. Und nur mit einem elastischen Filz lassen sich die Klangfarben über den Anschlag gestalten. Denn aufgrund der Elastizität verformt sich der Filz in Abhängigkeit von der Intensität des Anschlags:

  • Bei einem stärkeren Anschlag trifft daher eine größere Fläche des mit Filz überzogenen Klavierhammers auf die Saiten. Dadurch wird die Grundfrequenz des Tons verstärkt, die man den Grundton nennt.
  • Dagegen werden die Saiten bei einem schwächeren Anschlag von einer kleineren Filzfläche in Schwingung versetzt, wodurch die Obertöne stärker zum Klingen gebracht werden.

Harter Filz verformt sich nicht bei einem stärkeren Anschlag. Daher kommt es bei einem harten Filz zu einer unschönen Veränderung des Klangs. Man hört beim starken Anschlag eine Art Klirrfaktor. Wenn solche klanglichen Schärfen selbst bei Konzertflügeln mit einem großen Resonanzkörper auftreten, ist das ein deutlicher Hinweis auf den Verursacher der Störung, nämlich auf die mangelnde Elastizität des Filzes der Hammerköpfe.

Zurück zum Thema Gestaltung der Klangfarben Resonanzen erzeugen
Gestaltung über den Einsatz der Pedale

Durch den Einsatz der Pedale kann vordergründig die Gestaltung des Anschlags unterstützt werden. Also wird der leichte Anschlag durch den Einsatz des linken Pedals und umgekehrt der laute Anschlag durch das rechte Pedal zusätzlich differenziert. Aufgrund dieser ursächlichen Verbindung ist man logischerweise dazu verführt, das linke Pedal Piano-Pedal und das rechte Pedal Forte-Pedal zu nennen. Jedoch kann man über den Einsatz der Pedale auch Resonanzen erzeugen und damit den Klang auf eine ganz eigene Art anreichern. Daher nennt man das rechte Pedal auch Haltepedal, da das Halten der Dämpfung nicht nur die zeitliche Dauer des Tons verlängert sowie die Lautheit verstärkt, sondern eben auch die anderen Saiten zum Mitschwingen freigibt.

Zurück zum Thema Gestaltung der Klangfarben Piano ist nicht gleich Piano
Technische Unterschiede beim linken Pedal

Beim linken Pedal gibt es technische Unterschiede. Diese haben sich im Verlauf der vergangenen 100 Jahre auf das Klavier bzw. auf den Flügel konzentriert. Es handelt sich um die beiden folgenden Lösungen:

  • Die Verkürzung der Strecke, die der Hammer zur Saite zurücklegen muss. Der kürzere Weg soll einen leiseren Ton bewirken. Diese Lösung findet man in der Regel beim Klavier.
  • Die Verschiebung der Mechanik, so dass nur ein Teil der Saiten pro Ton angeschlagen werden. Diese Variante ist beim Flügel der Standard. Jedoch gibt es neuerdings auch Klaviere, die diese Technik (Una-Corda-Pedal) anbieten.
Zurück zum Thema Gestaltung der Klangfarben Selten verwendete Variationen
Sostenuto und Harmoniepedal

Ferner gibt es vor allem beim Flügel das so genannte Sostenuto-Pedal. Das ist am Flügel als drittes Pedal realisiert. Hierbei werden nur die Dämpfer der Töne gehalten, die gerade angeschlagen worden sind. Alle anderen Dämpfer bleiben auf den Saiten liegen. Das Gegenstück ist das so genannte Harmonie-Pedal, das man beim Flügel als viertes Pedal antreffen kann. Bei dessen Einsatz werden umgekehrt die Dämpfer der Töne abgehoben, die gerade nicht angeschlagen worden sind. Ziel dieser beiden Varianten ist es, ganz spezifische Resonanzen zu erzeugen, die mit dem Einsatz des normalen rechten Haltepedals nicht erreicht werden können.

Zurück zum Thema Gestaltung der Klangfarben Das Piano - ein Gefühls-Ausdrucks-Werkzeug
Das Klavier als Dialoginstrument

Das Piano dient uns zum persönlichen Ausgleich. Musiksensible Menschen wollen ihre inneren Spannungen durch das Musizieren ausdrücken und diese je nach Anforderung regulieren können. Diesen Prozess nennt man Mood-Management. Es geht um die Regulierung der eigenen Stimmung (= Mood). So wie unsere Empfindungen und Gefühle nicht nur aus zwei Gegensätzen bestehen, möchten wir diese dann auch vielfältig über das Klavier ansprechen können. Dafür wäre es wünschenswert, wenn wir bessere Gestaltungsmöglichkeiten angeboten bekämen. Ganz im Sinne des Themas "Musik ist die Sprache der Gefühle" erwarten die Klavierspieler von der Industrie daher ein Klavier als Instrument zur differenzierten Gestaltung des inneren Dialogs!

Diesem Ziel kommen Sie einen Schritt näher, wenn Sie sich beim Neukauf für ein Klavier z.B. mit der Verschiebe-Technik beim Piano-Pedal entscheiden. Denn zum einen hören Sie dann auch den Unterschied in der Lautstärke. Und zum anderen bleibt beim leisen Spiel das Tastengewicht und somit die Spielart gleich. Bei der Verkürzung des Hammerwegs wird nämlich die Spielart beim Leisespielen leichter und somit vergleichsweise anders. Diese Veränderung stört Ihren Spielfluss und führt eher zu einer Anspannung als zu der erwünschten Entspannung.

Zurück zum Thema Gestaltung der Klangfarben Wie schon heute Lernen funktionieren kann

Zeitgemäße Lernhilfen

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Leuchttastenschule

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Das erste Netzwerk anlegen

Vor allem für Anfänger ist es wichtig, den Einstieg möglichst leicht zu gestalten. Denn die beste Motivation ist der Erfolg! Daher sind insbesondere für Einsteiger technische Hilfen wertvoll, die den Erfolg schon bei den ersten Schritten garantieren, indem sie die Komplexität reduzieren. So können technische Hilfen das bereits bestehende Unterrichtssystem sinnvoll ergänzen.

Zurück zum Thema Leuchttastenschule Was ist Programmiertes Lernen?
Leistungen der Leuchttastenschule

Bereits seit einigen Jahren werden Keyboards angeboten, die das so genannte Programmierte Lernen ermöglichen. Diese preisgünstigen Instrumente sind mit einer so genannten Leuchttastenschule ausgerüstet. Der Name der Methode gibt den Hinweis darauf, was hier stattfindet. Es leuchtet nämlich immer die als nächstes zu drückende Taste auf. Mit Hilfe dieser Technik eröffnen sich Ihnen die folgenden Möglichkeiten:

  • Sie haben Zugriff auf eine bestimmte Anzahl von Stücken, die bereits in dem Keyboard zum Neulernen vorprogrammiert sind. Sie können mittlerweile aber auch eigene Aufnahmen von Stücken einspielen, die Sie lernen wollen.
  • Sie haben die Wahl, die rechte und linke Hand isoliert zu lernen. Das Programm im Keyboard spielt die jeweils andere Hand dazu.
  • Sie können das Abspieltempo des Übungsstücks anfangs reduzieren, um es dann schrittweise ganz nach Ihrem individuellen Lernfortschritt zu erhöhen.
  • Wenn Sie die einzelnen Hände beherrschen, dann können Sie die linke und rechte Hand beim Üben miteinander verbinden. Sie werden dabei weiterhin anhand der aufleuchtenden Tasten durch das Stück geführt.
  • Sie erhalten über ein Display Hinweise zum Fingersatz. Ferner werden in diesem Display auch die gerade gespielten Noten angezeigt.
  • Eine freundliche Stimme gibt Ihnen auch während des Spiels Hinweise zum Fingersatz. Für diese Schnell-Hinweise ist man sehr dankbar, wenn man gerade einmal hängen geblieben ist. Nach einer kurzen Pause ertönt die Stimme mit Hinweis zum Beispiel auf den Finger Nummer 2.
  • Abschließßend erhalten Sie die Gelegenheit, Ihren jeweiligen Könnensstand von der Software des Keyboards überprüfen zu lassen. Das Programm gibt Ihnen außer einer Bewertung auch konkrete Hinweise, welche Passagen Sie noch intensiver üben sollten.
Zurück zum Thema Leuchttastenschule Funktioniert Programmiertes Lernen?
Ergebnis meines Tests

Von dieser Methode hörte ich das erste Mal anlässlich eines Vortrags von Frau Vera F.Birkenbihl. Da ich offensichtlich zu den Menschen gehöre, die gerne unabhängig lernen, hat mich diese Technologie interessiert. Meine Informationen ergaben, dass es diese Keyboards bereits unter 300.- Euro gab. Allerdings nur mit 5 Oktaven. Trotzdem war ich neugierig. Meine Versuche ergaben: Die Methode funktioniert!

Zurück zum Thema Leuchttastenschule Üben erfordert ein tolerantes Umfeld - oder moderne Technik

Lautlos üben

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Die technischen Lösungen

Von den Klavierherstellern kann man bei jeder Gelegenheit hören, dass die Klavierspieler konservativ seien. Daraus schließt man, dass die Kunden keine Veränderung wünschen. Doch der weltweit größte Klavierproduzent verkauft bereits ein Drittel aller Klaviere mit eingebauter Elektronik!

Beim Üben kommt es naturgemäß dazu, dass Sie bestimmte Passagen häufiger wiederholen müssen. Nun kommt es darauf an, wie tolerant Ihr privates Umfeld zum Üben eingestellt ist. Daher gibt es hierfür zwei unterschiedliche Lärmschutzmaßnahmen:

  1. Der Moderator. Das ist eine Metall- oder Holzleiste mit einem Filztuch, das sich zwischen die Filzhämmer und die Saiten schiebt. Die Filzhämmer schlagen also zuerst gegen das Tuch, bevor sie auf die Saiten treffen. Der Ton ist insgesamt leiser.
  2. Die so genannte Stummschaltung, die das Klavier in ein Silent Piano verwandelt. Hier wird der natürliche Klavierklang komplett abgeschaltet. Alternativ dazu werden nun die Töne elektronisch erzeugt. Dies hat den Vorteil, dass man mittels eines Kopfhörers zu jeder Tages- und Nachtzeit üben kann, ohne irgendjemanden zu stören.

Diese Systeme sind sicher eine Überlegung wert. In beiden Fällen verändert sich der Anschlag etwas. Wie stark diese Veränderung ist, und ob dabei Ihr persönlicher Toleranzbereich überschritten wird, sollten Sie vor dem Kauf selbst vergleichen.

Zurück zum Thema Lautlos üben Mangelnde Qualität lässt auf mangelnde Ernsthaftigkeit schließen
Unterschiede in der Klangqualität

Im Übrigen habe ich die Feststellung gemacht, dass es bei den Stummschaltungen verschiedene elektronische Systeme gibt. Diese unterscheiden sich erheblich in der Klangqualität. Das ist vor allem in den unteren sowie oberen Oktaven feststellbar. Hier kommt es teilweise zu einem Nachlassen der Lautstärke. Ebenso kann es bei einem starken Anschlag in der Elektronik zu einem krachenden Übersteuern kommen. Diese möglichen Schwachpunkte sollten Sie vor dem Kauf überprüfen.

Zurück zum Thema Lautlos üben Von der Natur auf Nachahmen angelegt

Beispiele im Original studieren

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Entwicklung einer Technologie mit Rückmeldung

Die wohl anspruchsvollste Technologie wurde bereits 1985 von der Firma Bösendorfer in Zusammenarbeit mit einem Spezialisten sowie einem Institut in Nordamerika entwickelt. Mittlerweile ist das System von der Technischen Universität Wien wesentlich verbessert worden. Es handelt sich um ein so genanntes Selbst-Spiel-System namens CEUS. Selbstspieler sind als Lernhilfe eigentlich nicht erwähnenswert, da sie einem das Spielen und folglich das Lernen komplett abnehmen. Doch dieses System kann sogar die Spielart des Klavierspielers bzw. Pianisten aufzeichnen. Das besondere liegt nun daran, dass Sie auf diesem Weg die großen Pianistinnen und Pianisten zum Hauskonzert zu sich ins Wohnzimmer einladen können. Vorausgesetzt es gibt von diesen Künstlern die entsprechenden Aufzeichnungen. Anhand dieser Aufnahmen könnten Sie nun quasi am Original vergleichen, wie diese Künstler eine Passage emotional zum Ausdruck und somit die Zuhörer zum Mitschwingen bringen. Daher wird diese Variante des Systems, also der eigentliche Selbstspieler, auch als Reproduktionsklavier bezeichnet.

Zurück zum Thema Originale studieren Lernen - kinderleicht!
Erfolg durch Lernen am Vorbild

Über den Vergleich zwischen der eigenen Ausführung und dem Original wird der Lern-Transfer ermöglicht. Lernen durch Nachahmen. Von erfolgreichen Vorbildern zu lernen, ist eine alte und weit verbreitete Methode! Auch bei diesem Lernweg spielt der Erfolg wieder eine entscheidende Rolle. Denn beim Lernen durch Imitation studiert man die erfolgreiche Lösung eines Problems. Das Lernen durch Nachahmen, das die alten Griechen Mimesis nannten, ist also eine Möglichkeit, schneller auf die Erfolgsspur zu gelangen. Selbstverständlich ist das Kopieren nicht das Gleiche, wie das Finden der Lösung eines Problems. Die Frage ist jedoch, wie viel Zeit man dafür übrig hat, die Kunst des ausdrucksstarken da gefühlvollen Klavierspiels zu entwickeln, um sich anschließend darüber erfolgreich harmonisieren zu können! Im Wesentlichen geht es doch in der Musikpädagogik darum, der Musik als Sprache unserer Gefühle die Türen zu öffnen! Bislang ist der Glaube noch weit verbreitet, dass diese Stufe des Musizierens einer sehr kleinen Elite vorbehalten sei. Das Gegenteil lässt sich ganz einfach beweisen:

Verlagern Sie ab heute den Schwerpunkt auf den Ausdruck Ihrer Gefühle - und Sie erleben sofort das Musizieren in einer neuen Dimension!

Zurück zum Thema Originale studieren Zukunftstauglichkeit heißt Lernfähigkeit!

Optimales Lernen

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Selbstreferentielles Lernen technisch unterstützen

Die Wirksamkeit des Lernens lebt von der Rückmeldung. Optimal ist eine Rückmeldung dann, wenn sie schnellstmöglich nach der Ausführung wiedergegeben werden kann. Die Wirksamkeit der Rückmeldung wird ferner davon bestimmt, wie groß die Übereinstimmung zwischen der Ausführung und der Aufzeichnung ist. Beide Punkte sind bei einem zum aufzeichnungsfähigen Selbstspieler ausgerüsteten Instrument gegeben. Hierbei handelt es sich um die aktive Variante des soeben vorgestellten quasi passiven Reproduktionsklaviers, nämlich dem Kompositionsinstrument.

Zurück zum Thema Optimalen Lernen Musik wirkt ganzheitlich
Musizieren als Phänomen

Grundsätzlich geht es beim Lernen des Musizierens um die Entwicklung des so genannten Innenbildes. Die Neurologen sprechen von der Entwicklung einer inneren Repräsentanz der hörbaren Töne. Doch wie bei einer körperlichen Bewegung ist die Wiedergabe einer Komposition ein Phänomen, das mehr ist als die Summe seiner Einzelteile. Das wird bei der Interpretation deutlich. Zusätzlich zu der Melodie und dem Rhythmus kommen zum Beispiel das Tempo, die Dynamik, die Akzentuierung sowie die Gestaltung der Klangfarben als Elemente des emotionalen Ausdrucks.

Zurück zum Thema Optimalen Lernen Das Flaschenhalsmodell der Informationsverarbeitung erfordert eine Rollenteilung
Die Wirkung des eigenen Spiels studieren

Insbesondere für den professionellen Pianisten geht es um die Wirkung, die er beim Zuhörer erreichen kann. Daher ist es vorteilhaft, wenn er die Gelegenheit erhält, sich die soeben gespielte Passage von der gleichen Klangquelle mit seiner eigenen Spielart anhören zu können. Mit einem zum aufzeichnungsfähigen Selbstspieler ausgerüsteten Instrument wird es möglich, mal eben schnell die Rollen zu wechseln.

Zurück zum Thema Optimalen Lernen Hirnforscher liefern den Beweis
Klavierspieler und Publikum hören unterschiedlich

Sie werden jetzt vielleicht einwenden, dass man sich als Klavierspieler doch selbst hört. Da haben Sie schon Recht. Natürlich höre ich mich selbst, wenn ich spiele. Aber wie die von Neurologen erstellten Aufnahmen aus dem Hirnscanner eindrucksvoll nachweisen, ist beim Hören mehr Gehirn beteiligt, wenn ich nicht durch die Aufgabe des Spielens abgelenkt bin. Pianisten hören ihr eigenes Spiel aufgrund der so genannten fokussierten Aufmerksamkeit folglich anders als das Publikum. Gerade aufgrund dieses Unterschieds ist die Rückmeldung verbunden mit dem Rollenwechsel für professionelle Pianisten wichtig, wenn es ihnen um die Feinabstimmung der Wirkung ihres Vortrags geht. Na und für den Klavierspieler ist es mindestens genauso interessant, ob sich das Stück tatsächlich so anhört, wie man glaubt, es zu spielen. Lerntechnisch gesehen handelt es sich in beiden Fällen um eine kybernetische Schleife mit einem Ist-Soll-Vergleich. Dieser Vergleich wird erst durch die wirkungsvolle da zeitnahe und klanglich-dynamisch identische Rückmeldung möglich.

Zurück zum Thema Optimalen Lernen Musizierend das Lernen lernen
Mehr-Wert erzeugen

Da es den Herstellern darum geht, einen Mehr-Wert zu schaffen, der einen möglichst hohen Preis erzielt, begrenzt man sich nicht auf den Prozess der Rückmeldung beim Lernprozess. Vielmehr erweitert man das Spektrum auf den anspruchsvollen Kreativprozess des Komponierens und vermarktet die Technologie daher bislang exklusiv als Kompositionsinstrument. Das führt zu aufwendigen Untersuchungen, mittels derer Professor Gerhard Widmer vom Institut für Computational Perception an der Johannes Kepler Universität Linz und Wittgenstein-Preisträger 2009 beweist, dass der Computerflügel CEUS das ausdrucksstarke Spielen lernen kann. Möglicherweise arbeitet Professor Widmer mit seinem Team bereits daran, das Klavier konsequent zu einem optimalen Lernwerkzeug zu entwickeln. Das wäre ein wünschenswertes Ziel, denn darin sehe ich die große Chance, die uns das Musizieren als einen weiteren Nebeneffekt bietet, nämlich das Lernen zu lernen.

An das Piano als Lernwerkzeug hätte ich die Erwartungshaltung, dass es mich auf diesem Weg interaktiv unterstützt. Denn letztendlich geht es ja darum, nicht dem Computer sondern dem Menschen die hohe Kunst der Interpretation zu vermitteln!

Zurück zum Thema Optimalen Lernen Gewinn garantiert!
Lust auf Erfolg!

Dabei stellt sich lediglich die Frage, wie man Gewinn definiert. In diesem Fall könnte der entsprechend innovative Hersteller zusätzlich zu dem finanziellen Gewinn auf dem freien Markt eine Spitzenposition erobern bzw. ausbauen. Schließlich handelt es sich mit diesem Lernwerkzeug um eine echte Zukunftstechnologie. Ferner besteht die Möglichkeit, einen hohen moralischen Gewinn zu verbuchen, indem man dem Massenmarkt den Zugang zu diesen Lerntechnologien öffnet. Werbetechnisch gesehen steckt in diesem Thema ein gigantischer Lustfaktor und somit ein schier unschlagbares Kaufmotiv, das über die bisherigen Klavierspieler hinaus zahlreiche neue Interessenten magnetisch anziehen wird. Durch die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten des Lernprozesses sowie die Wirksamkeit der Rückmeldungen ist der Erfolg für den Anwender garantiert. Und genau darin steckt der Lust-Faktor: Denn jeder von uns hat doch Lust auf Erfolg!

Zurück zum Thema Optimalen Lernen Wie geht die Entwicklung weiter?

Die eigene Musik gestalten

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Die Welt braucht Musik

Es spricht sich langsam herum: Die Kids müssen nicht mehr den Brockhaus auswendig sondern programmieren lernen! Nicht nur Deutschland sondern ganz Europa hat die aktuell wichtigste Entwicklung schlicht verpennt: Den Aufbau, die Entwicklung und Absicherung des Internets. Damit haben wir uns auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Dass das nicht gut ist und so schnell wie möglich geändert werden muss, ist als reuige Einsicht die Basis für ein Umdenken. Zwar machen wir uns noch nicht selbst auf den Weg, den Global Playern in Form von alternativen Angeboten eine angemessene Antwort zu geben. Aber wir eröffnen immerhin den nächsten Generationen einen Ausweg aus dem Dilemma, indem wir sie zur Selbsthilfe als Programmierer befähigen, falls es dann nicht schon zu spät ist.

Selbsthilfe für Weltbürger bedeutet gleichzeitig, dass man den gestalterischen Willen sowie die Gestaltungslust entwickeln muss. Aber wie macht man das? Darin haben wir ja nun überhaupt keine Erfahrung. Kann man das irgendwo kopieren? Oder müssen wir uns diesbezüglich doch auf den Weg machen, die eigenen Erfahrungen zu sammeln, um daraus lernen zu können?

Es gibt Hoffnung: Die Musiker. Nahezu alle Studiengänge der Musik sind überlaufen. Händeringend versucht die Regierung den Studierwilligen klar zu machen, dass sie in diesem Studiengang keine Perspektiven haben. Und da die Botschaften nicht ankommen, beginnt man der Kultur die Subventionen zu entziehen. Das G8 frisst darüber hinaus die notwendige Zeit der Kinder, um sich die eigene Kultur aneignen zu können. Doch wie müsste unsere Gesellschaft mit dem Thema Musik eigentlich umgehen, um daraus den maximalen Nutzen ziehen zu können?

So wie es gerade läuft, kann es unmöglich weitergehen. Die Krisenherde auf der Welt nehmen nicht nur zu, sondern die Feuer lodern immer deutlicher auf. Die Ressourcen gehen zu Ende und der Raubbau an der Natur ist unübersehbar. Diese Welt braucht Gestalter. Gestalter benötigen Kreativität. Wir bräuchten folglich so etwas wie Spielplätze, um uns lustbetont im Gestalten und kreativen Experimenten üben zu können.

Einen solchen Entwicklungsraum könnte uns die Musik anbieten, wenn wir dieses Medium dazu einsetzen wollten. Um es nutzen zu können, braucht es einen Geist, der Kreativität hoch bewertet. Aus diesem Geist heraus müsste eine Pädagogik entstehen, die darauf abzielt, Potenziale zu entdecken und zu entfalten. Von Horst Tiwald stammt die mutige Aussage: Wir müssten das Talent trainierbar machen. Damit hat er gemeint, dass wir nicht mehr wie bislang nach Talenten suchen sollten, um diese zu fördern. Vielmehr müssten wir danach streben, aus jedem ein Talent zu machen. Ein derartig hoch angesetztes Erziehungsziel ist auf entsprechende Entwicklungswerkzeuge angewiesen. Wie könnte so ein Werkzeug zur Entfaltung von Kreativität aussehen?

Zurück zum Thema Die eigene Musik gestalten Ist Neues eigentlich gut oder schlecht? Change-Management

Neues erschaffen

Es müsste ein Instrument sein, das darauf ausgelegt ist, Neues zu erschaffen. Das bedeutet, dass es die zeitgemäßen Möglichkeiten des Speicherns spontaner Einspielungen beinhalten sollte. Das Gespeicherte zu bearbeiten, wird immer komfortabler. Aber wer am Klavier komponiert... Komponiert denn überhaupt noch jemand am Klavier? Sitzt noch jemand am Piano, spielt und schreibt anschließend mit Bleistift die Notensequenzen auf ein Blatt mit leeren Notenlinien? Gehört diese Vorstellung nicht schon längst der Vergangenheit an? Warum sind dann die zeitgemäßen Möglichkeiten noch immer nicht in das Piano integriert? Vielleicht da der Anspruch an das Klavier längst nicht mehr darin besteht, ein Kreativwerkzeug zu sein, sondern das Piano heute darauf reduziert wird, um bereits geschriebene Musik zu reproduzieren?

Von meinem Lob über CEUS von Bösendorfer als ein modernes Werkzeug zur Reproduktion, das nämlich imstande ist, mir die Aufzeichnung eines Pianisten im Wohnzimmer in der Qualität eines Konzerts darzubieten, haben Sie oben gelesen. Aber diese Leistung suchen nur die Menschen, die selbst nicht Klavier spielen können. Wer jedoch selbst spielen will, ist an dieser Form von Leistung nur begrenzt interessiert. Denn selbstverständlich gibt es längst kostengünstigere Möglichkeiten das Eingespielte aufzuzeichnen sowie in garantiert identischer Dynamik wiedergeben zu lassen.

Unser heutiges Klavier hat nach wie vor ein Notenpult. Aber man konnte 2014 bereits davon lesen, dass es in nur 4 Jahren keine Papierdrucker mehr geben soll. Tageszeitungen sind weltweit vom Aussterben (Arte 2014) betroffen. Dieser Fall soll in USA bereits 2017 eintreten, in Deutschland erst 2030. Die Welt steht vor einem ziemlich radikalen Umbau. Wie positionieren sich die Hersteller von Musikinstrumenten in dem Zusammenhang? Mir ist bislang kein Piano mit einem Display bekannt. Vielleicht schimpfen Sie jetzt, da Sie lieber echte Bücher anstelle von eBooks lesen. Das ist ein guter Hinweis. Denn so lange es um die gleichen medialen Merkmale wie das Lesen von Text geht, gibt es zu den sicher reizvollen Neuerungen ebenso gute Gegenargumente wie z.B. den Verbrauch von Strom. Aber sobald es um den Mehrwert geht, nicht mehr nur Texte zu lesen, sondern Filme zu sehen, Tonbeispiele zu hören, möglicherweise sogar mit dem angebotenen Material in einem Programm gleich selbst etwas ausprobieren zu können, ohne das Medium wechseln zu müssen, überwiegen die Vorteile des Neuen. Auf einem Display könnte man nicht mehr nur dargestellte Noten lesen, sondern

  • diese Noten neu gestalten,
  • eigene Noten schreiben,
  • das soeben Kreierte in Noten übersetzen lassen,
  • das Eingespielte neu formatieren
  • und so weiter.

Das ist alles heute schon möglich. Nur am Klavier sind diese neuen Möglichkeiten noch nicht integriert.

Um neue Musik komponieren zu können, muss man erst Harmonielehre gelernt haben. Stimmt das? Ist Musik nicht eine Sprache der Emotionen? Jeder beherrscht weitgehend seine Muttersprache. Aber wie viele können die grammatikalischen Regeln ihrer Muttersprache inhaltlich korrekt beschreiben und mit Namen benennen? Massenweise gibt es in den modernen Stilrichtungen Musiker, die mit ihrem Instrument und der Musik sehr flexibel umgehen können, ohne je in den Genuss derartiger theoretisch umfassender Grundlagen gekommen zu sein. Welche Möglichkeiten gibt es heute, um auf einfachen Weg musikalisch Neues entstehen zu lassen? Ein diesbezüglich effektives Mittel sind die so genannten Loops, zu deutsch Schleifen. Zahlreiche Ohrwürmer bestehen weitgehend aus derartigen Wiederholungen von musikalisch minimalen Wendungen. Doch auf der Basis solcher Schleifen kann sogar echte Kunst entstehen, wie der Kabarettist Martin O zeigt, der jeden neuen Durchgang dazu nutzt, um das bereits Vorhandene sinnvoll anzureichern. Gönnen Sie sich 10 Minuten Auszeit! Erleben Sie, wie anlässlich der Überreichung des Deutschen Kleinkunstpreises 2012 ein gerade aufgrund der einfachen Mittel beeindruckendes Kunstwerk entsteht:

Auf der Basis von Loops kann man in einem kleineren Rahmen experimentieren bzw. sich in einem bestimmten Tonraum bewegen. Man muss also nicht immer ganze Stücke lernen, sondern es würde genügen, eine Tonfolge angeboten zu bekommen, um sich daran kreativ zu entfalten.

Zurück zum Thema Die eigene Musik gestalten Muss Üben eigentlich immer wie Arbeit und somit weitgehend lustlos gestaltet werden? Klavier spielen

Musik spielen

Das bisherige Ziel der Musikpädagogik besteht darin, ein bestimmtes Stück gewissermaßen perfekt zu verinnerlichen, so dass man es in maximaler Identität wiedergeben kann. Mit anderen Worten besteht das Ziel darin, etwas derart zu beherrschen, um es der Wiedergabe durch eine Maschine vergleichbar wiederholen zu können. Jede Abweichung ist ein Fehler. Fehler sind für Maschinen fürchterlich. Aber für Menschen sind Abweichungen von der vorgegebenen Norm ein notwendiges Element beim Lernen und somit positiv. Im Interesse von Lernzielen, die nicht mehr auf dem schmalen Grad einer von außen vorgegebenen Erwartung sondern auf der breiten Basis einer Vielzahl von Selbsterfahrungen beruhen, könnte das Gegenteil daher lauten:

  • Etwas so vielfältig wie möglich variieren zu lernen.
  • Möglichst unvergleichbare Ergebnisse zu erreichen.
  • Vielfalt statt Einfalt.

Der Fehler wäre nun der unwahrscheinliche Sonderfall der identischen Wiederholung! Das ist eine perfekte Umkehrung. Für alle Lernwilligen wäre es eine gigantische Befreiung von dem unmenschlichen Druck, eben wie eine Maschine keinen Fehler machen zu dürfen. Vermutlich ahnen alle Menschen intuitiv, dass für uns Menschen ein Fehler im Sinne einer Abweichung Teil jeglichen Lernens darstellt. Aber wir trauen uns das nicht zu formulieren − genauso wenig wie wir uns gegenüber der Klavierindustrie die Aussage zutrauen, dass unsere Ohren den Klang moderner Klaviere nicht mehr als angenehm empfinden. Das sind bedenkliche Signale von Persönlichkeitsschwund gegenüber einer schier übermächtigen Industrie. Zurück zum Thema: Auf der Einsicht, dass der Fehler Teil effektiven Lernens ist, basiert die Methode des oben bereits erwähnten Differenziellen Lehrens und Lernens. Dabei handelt es ich in meiner Vorstellung um einen Lehr- und Lernweg, der nicht mehr ein Ideal vorgibt, sondern über die Angebote eines methodisch und didaktisch abgesteckten Spektrums bestimmte Erfahrungsmöglichkeiten eröffnet, über die sich dann das individuelle Optimum entwickeln kann. Der eigentliche Fehler besteht demnach genau genommen darin, dass wir den aus der Sicht der Lernwegs durchaus erwünschten und damit notwendigen Teil des Lernens mit einem negativ besetzten Wort bezeichnen − wie wir übrigens das äußerst wichtige Interessiert-Sein mit dem ebenso negativ besetzten Begriff Neu-Gier belegen und uns darüber wundern, warum neue Entwicklungen immer seltener aus unserer Region kommen.

Die Wiederholung ist ein notwendiges Mittel der Lernmethodik, um technische Fertigkeiten entwickeln, stabilisieren und automatisieren zu können. Dabei geht es zum einen um das Herausbilden optimaler Bewegungsmuster und zum anderen um das Verknüpfen des Neuen mit bereits Bekanntem sowie um das Behalten des soeben Gelernten. Die Bewegungsmuster sind in der Regel Vorgaben der Wissenden. Dabei gibt es in vielen Bereichen der menschlichen Höchstleistung immer wieder Vorbilder, die sich von der Standardlösung erheblich abweichend verhalten. Warum benennen wir nicht diese individuellen Lösungen als vorbildhaft und entwickeln nachfolgend auf der Basis dieser Einstellung mit jedem sein persönliches Bewegungs- und/oder Verhaltensoptimum? Individuelle Angebote werden in jeder Hinsicht die Lösung auf den übersättigten Märkten der Zukunft sein. Hier ist eine Gelegenheit dazu, um sich diese Mehrwert-Qualifikation zu erarbeiten. Es ist längst an der Zeit, dass wir aufhören, uns am Durchschnitt und Mittelmaß zu orientieren. Denn alle, die nicht Teil des statistischen Durchschnitts sind, werden zum Opfer des Systems: In der Medizin ebenso wie in der Bildung!

Spielfreude

Hinsichtlich des Behaltens von Neuem ist die Feststellung interessant, dass wir als Kinder wesentliche Fertigkeiten gelernt haben, ohne diese häufig wiederholen zu müssen. Das wird im Allgemeinen mit der Plastizität des heranwachsenden Gehirns erklärt. Im gleichen Atemzug geht man davon aus, dass diese Plastizität beim Erwachsenen endgültig zu Gunsten stabiler Hirnstrukturen verloren gegangen ist. Das ist jedoch nicht die ganze Wahrheit. Wie wir heute wissen, wird unser erwachsenes Gehirn unter bestimmten Bedingungen wieder plastischer. Das geschieht z.B. unter dem Einfluss von Oxytocin. Aber wodurch wird verstärkt Oxytocin produziert, so dass wir selbst als Erwachsene leichter lernen können? Z.B. wenn wir zu unserem Klavierlehrer eine gute Beziehung haben. Da wir Menschen soziale Wesen sind, unterstützt jegliche gute Bindung das Lernen. Und was fördert bei Kindern die Bereitschaft zu einem sensationell schnellen und ökonomischen Lernen? Das so genannte natürliche Neugier-Verhalten. Dieses gesunde Antriebsverhalten verlieren wir dummerweise ausgerechnet im Verlauf unseres Bildungssystems, das nämlich nicht nur auf Kompetenzvermittlung sondern vor allem auf Anpassung abzielt. Neu-Gier ist im Rahmen des erzieherischen Prozesses zur Anpassung eine Störung, die eliminiert werden muss. Aus dem intuitiven Verständnis für diese Zusammenhänge heraus, ist bei uns Erwachsenen aller Altersschichten nach wie vor ein großes Interesse gegenüber einfachen Zugängen z.B. in Form von spielerischen Lösungen vorhanden. Erwachsene muss man begeistern - worin das Wort Geist steckt! So erklärt sich die folgende Einstellung: Wenn wir schon etwas wiederholen müssen, um es dauerhaft zu speichern, dann wollen wir nicht stumpfsinnig eine Pflicht erfüllen, sondern diese Übung spielerisch gestalten. Das gelingt auf einem vergleichsweise recht einfachem Weg, wenn wir die zu übende Sequenz bei jeder Wiederholung z.B. klanglich variieren können. Doch wie viele Möglichkeiten bietet mir ein herkömmliches Piano, um die Wiederholung klanglich zu variieren? Nicht sehr viele. Das verbessert sich mit dem Hybrid-Piano, der neuen Kategorie im Klavierbau. Denn ein wesentlicher Gewinn aus der Kombination aus akustischen und digitalen Elementen dieser Instrumente besteht darin, unterschiedliche Klänge nutzen zu können. Der von mir bereits vor fast 4 Jahren öffentlich formulierte und somit für alle Interessierten zugängliche Idealfall der Kombination des akustischen Originalklangs mit digitalen Sounds wurde Anfang 2014 von Yamaha mit dem TransAcoutic-Piano realisiert. Offen ist unter anderem noch die Möglichkeit, nicht nur wie aktuell angeboten mit 19 vorprogrammierten Sounds spielen zu können, sondern diese Sounds selbst nach Belieben gestalten zu können, um nämlich letztendlich die zeitgemäßen Möglichkeiten der Klanggestaltung durch den Musiker in das Spektrum der Interpretation zu integrieren. Dieser technische wie gedankliche Fort-Schritt könnte unter anderem die klassische Musik in eine neue Dimension und somit möglicherweise zurück in die Welt unserer Werte und Wahrnehmung bringen! In diesem Bereich wird die Zukunft des Klavierbaus liegen. Und damit werden neue Herausforderungen für die Klavierpädagogik verbunden sein. Dem japanischen Weltmarktführer Yamaha ist es zu verdanken, dass das akustische Piano über die Verbindung mit dem Werbeträger Elton John sowie durch die innovativen Instrumente

zukunftsfähig positioniert worden ist. Ja, tatsächlich haben sich die Klavierbauer von Yamaha darum bemüht, das akustische Piano entsprechend zukunftstauglich zu positionieren. Denn Elton John spielt deutlich sichtbar auf einem richtigen Flügel, auch wenn aus diesem digitale Sounds ertönen, da es sich um ein Grand Piano mit der Disklavier-Technologie von Yamaha handelt! Das ist wieder einmal eine der herausragenden Leistungen der Japaner, die damit Weitblick beweisen. Denn wie wir wissen, steht die klassische Musik zumindest in Europa vor einer Krise. Die Zeichen der Zeit kann man heute schon nicht nur

ablesen.

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